Ürsprünglich war die Gärung das Ergebnis von Schimmelsporen in der Luft. Heute nicht mehr.Patrick Hinzmann

Schimmel – unsichtbare Gefahr

Schimmel kommt überall in unserem Leben vor. In der Natur sind diese winzigen Sporen unabdingbar. Sie zersetzen organische Substanzen und halten so den natürlichen Kreislauf von Werden, Sein und Vergehen in Gang. Nur, dass Sporen auch ihre Schattenseiten haben. Nämlich dort, wo Dinge noch halten sollen, statt bereits zersetzt zu werden. Deshalb die Frage: Welche Bedingungen braucht Schimmel zum Leben oder umgekehrt:

Wie lässt sich Schimmel verhindern?

Schimmel benötigt zwei Dinge zum Gedeihen. Das eine ist Feuchtigkeit, das andere sind Nährstoffe. Beides kann man ihm verwehren. Jedenfalls wenn darum geht, dass Schimmel sich in und an den Terrassendielen, der Holzfassade oder den Gartenmöbeln aus Holz breitmacht.
Luft hilft gegen Schimmel: Das erste Mittel gegen Schimmel heißt Luft. Im Klartext ist es wichtig, alle Gebilde aus Holz gut zu be- und entlüften. Dabei ist die Luft nur das Medium zum Transport der Feuchtigkeit. Es geht darum, alle Oberflächen so schnell und umfassend wie möglich zu trocknen. Denn nichts ist fördernder für den Schimmel, als feuchte Luft, die unbewegt über der nährstoffreichen Oberfläche steht. Und an Nährstoffen mangelt es beim Holz nicht.

Feuchtigkeitseintrag verhindern: Verhindern Sie bei Holz im Freien den Eintrag von Feuchtigkeit. Gemeint ist damit nicht der Regenschauer. Wichtig ist vielmehr, dass dieses Wasser schnell von der Fassade, den Terrassendielen und den Gartenmöbeln ablaufen kann, damit diese trocknen. Denn Schimmel bildet sich nicht an einem Tag. Es ist ein Prozess, bei dem die Lebensbedingungen für den Schimmel stimmen müssen. Sie haben also gute Chancen, sich dagegen zu wehren.

Ürsprünglich war die Gärung das Ergebnis von Schimmelsporen in der Luft. Heute nicht mehr.

Ursprünglich war die Gärung das Ergebnis von Schimmelsporen in der Luft. Heute nicht mehr.

Die Sache mit dem Bier

Übrigens wenn Sie denken, Sie könnten sich vor den winzigen Schimmelsporen schützen, vergessen Sie es. Sie sind einfach überall in der uns umgebenden Luft. Früher wurde Bier sogar ohne Hefe gebraut, deshalb hat die es auch nicht ins deutsche Reinheitsgebot geschafft. Der Gärprozess ist langsam von selbst in Gang gekommen, weil die Schimmelsporen in der Luft Nährstoffe gefunden haben. Das zeigt, wie viele Schimmelsporen in der Luft unterwegs sind.

Das rät das Umweltbundesamt bei Schimmel

Was das Umweltbundesamt bei Schimmel rät? Allein die Tatsache, dass die Behörde sich zu dem Thema äußert, lässt aufhorchen. Schimmel ist zwar ein natürliches Phänomen, er kann aber auch krank machen und damit ist er nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

Ist Schimmel in der Wohnung gefährlich?

Von Schimmelpilzen kann eine Gesundheitsgefahr ausgehen. Das ist dann der Fall, wenn die Sporen in großer Zahl eingeatmet werden. Sie dienen dem Pilz dazu, sich auszubreiten. Mit diesem Ziel bewegen sie sich unsichtbar für unser Auge in der Luft und helfen bei der Ausbreitung. In geringen Dosen, wie sie draußen vorkommen, haben sie in der Regel keine krankmachende Wirkung. Anders kann es in geschlossenen Räumen aussehen. Grundsätzlich sind alle Schimmelpilze in der Lage, allergische Reaktionen wie beim Heuschnupfen auszulösen. Das äußert sich dann in laufenden Nasen, Augenreizungen, Niesen. Wenn es das wäre, könnten die meisten damit leben, es geht aber weiter. Wenn Sie in einer feuchten, schimmligen Wohnung leben, haben Sie darüber hinaus ein erhöhtes Risiko für Atemwegserkrankungen und Atemwegsinfektionen sowie für eine Verstärkung einer vorhandenen Asthmaerkrankung. Das sind Krankheiten, die chronisch sein können und zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führen. Schimmel ist also ernst zu nehmen. Ganz besonders in Wohnräumen.